20.07.2015

Größtes Plusenergie­gebäude Deutschlands fertig­gestellt

Hegger Hegger Schleiff Architekten aus Kassel waren die Planer des Anfang Juli in Frankfurt von der Bundes­bau­ministerin Barbara Hendricks eröffneten größten Plusenergie­gebäude Deutschlands – laut der Ministerin sogar weltweit einzigartig.

In den letzten 24 Monaten ist im Frankfurter Gutleut­viertel nahe dem Main ein un­gewöhnlicher Bau entstanden: das derzeit größte Wohngebäude in Deutschland, das mehr Energie erzeugt als es verbraucht. Auf einem lange Zeit als unbebaubar gegoltenen Gründstück mit 160 Meter Länge und nur 9 Meter Tiefe entstand das schmale Haus der Frankfurter Wohnungs­bau­gesellschaft ABG mit 74 Miet­wohn­einheiten. Die Wohnungen sind zwischen 60 und 120 Quadratmeter groß.

 

Um ein Plus an Energie zu er­wirtschaften kombinierten die Planer des Aktiv-Stadthaus passive und aktive Maßnahmen. Zu den passiven Maßnahmen zählt die gut gedämmte und luftdichte Gebäudehülle. Die aktive Energie­gewinnung erfolgt zum einen über Photovoltaik, es wurden 769 hoch­effiziente Photovoltaik­module auf dem Pultdach installiert und weitere 348 Module in die Südfassade des Hauses integriert. Der erzeugte Strom kann in einer Batterie im Haus gespeichert werden. Zum anderen wird der nahegelegene Abwasserkanal als Wärmequelle genutzt. Über ein eigens entwickeltes Touchpad-Display in den Wohnungen ist jeder Mieter ständig über seinen Energie­verbrauch informiert und kann diesen mit der aktuellen Strom­erzeugung vergleichen.

Hinzu kommt, dass das nachhaltige Konzept nicht an der Haustür endet. Acht Stellplätze für Car-Sharing-Autos, davon drei Elektromobile sind im Erdgeschoss des Gebäudes untergebracht und stehen u.a. den Mietern zur Verfügung. Vorrangig wird jedoch auf Fahrrad­mobilität gesetzt, so sind die Stellplätze bequem ebenerdig und eingangsnah untergebracht.

Gemäß der europäischen Gebäude­richtlinie sollen ab 2020 Neubauten nur noch als Niedrigst­energie­gebäude errichtet werden (energy performance of buildings directive (EPBD) 2010/31/EU). Das Gebäude, das als Pilotprojekt Teil einer Studie des Bundes­ministeriums ist, ist aber nicht nur für die Forschung von Interesse, sondern auch für den Bauherren (ABG Frankfurt Holding) ganz praktisch der Versuch, die Anforderungen der nahen Zukunft zu erproben und auf eine wirtschaft­liche Umsetzung hinzu hinterfragen.

 

 

ausgewählte Veröffentlich­ungen:

DBZ

Frankfurter Rundschau

FAZ

Frankfurter Neue Presse

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Ingenieur

 

weitere Informationen Aktiv-Stadthaus Frankfurt

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