Typologie | Verkehr und Infrastruktur, Kultur
Leistungsumfang | Architektur
Standort | Wilhelmsburg
Auftragsart | Sanierung
Bauherr | Freie und Hansestadt Hamburg [FHH] Finanzbehörde Immobilien­management vertreten durch IBA Hamburg GmbH

Energiebunker

Die stadt­bild­prägende Kriegsruine des Flakbunker Hamburg-Wilhelmsburg (Friedrich Tamms, Bauzeit Ende 1942 – Mitte 1943) wurde 2012 saniert und zur Energie­zentrale für die dezentrale Wärme- und Strom­versorgung des benachbarten Wohnquartiers. Das Projekt wurde im Rahmen der IBA-Hamburg GmbH konzipiert. Die in der Technik­zentrale umgewandelte Wärme stammt  zu 85% aus regenerativen Energie­trägern. Das umgesetzte Energie­konzept spart gegenüber konvention­ellen Konzepten und Erzeugern ca. 95% CO2. Gleichzeitig ist das Gebäude der Öffentlich­keit zugänglich gemacht worden.

Weithin sichtbares Element für die Wandlung vom Kriegsbauwerk zum Symbol für die erneuerbare Energie­versorgung in Hamburg ist die Solare Hülle, die sich als Stahl­konstruktion – abgelöst von der Gebäudekontur – über Dach und Südfassade zieht. Die thermische Leistung der Kollektoren liegt bei 750 kW, die Leistung der PV-Anlage an der Südseite liegt bei ca. 100 kWpeak.

Kernstück des Energie­bunkers ist ein Groß­puffer­speicher, wodurch die zu installier­ende thermische Erzeuger­leistung bereits stark reduziert werden konnte. Der Groß­puffer­speicher fasst insgesamt 2.000.000 l Wasser und steht im zentralen Innenraum des Bunkers, der durch Sprengungen der inneren Struktur kurz nach Kriegsende entstanden ist. Gespeist wird der Speicher durch die Wärme der Solarthermie Anlage, Industrie­abwärme, Biomethangas betriebene BKHW und einer Holz­feuerungs­anlage.

Als Mahnmal und stadt­bild­prägendes Denkmal, das inmitten eines Wohngebietes steht, ist der Bunker durch eine neue Erschließung und der Einrichtung eines Cafés in 30 m Höhe der Öffentlich­keit zugänglich gemacht worden. Dafür ist die Bunkerhülle auf­geschnitten und so ein Panorama­fenster auf die Hamburger Stadt­silhouette geschaffen worden.

Große Teile des Gebäudes, wie die Technik­kathedrale, alte Gefechts­bettungen und die umlaufende Kragplatte sind zugänglich. Die Themen rund um die Bunker­geschichte werden durch dezentral im Gebäude angeordnete „Ausstellungs­würfel“ vermittelt.

Typologie | Verkehr und Infrastruktur, Kultur
Leistungsumfang | Architektur
Standort | Wilhelmsburg
Auftragsart | Sanierung
Bauherr | Freie und Hansestadt Hamburg [FHH] Finanzbehörde Immobilien­management vertreten durch IBA Hamburg GmbH

Aus­zeichnungen

Europäischer Solarpreis 2013
IBA-Exzellenz Auszeichnung
German Design Award 2015 l Excellent Communi­cations Design Special Mention-Auszeichnung
Verzinkerpreis 2015 (1. Preis)
Nominierung zum Deutschen Nachhaltig­keits­preis 2015

Projektbeteiligte

Tragwerks­planung | Ing. Büro Prof. Bartram und Partner, Ottersberg-Fischerhude
TGA | Intelligent House Solutions GmbH & Co. KG, Hamburg; Averdung Ingenieur­gesellschaft mbH, Hamburg
Ausstellungs­gestaltung | HG Merz Architekten Museums­gestalter, Stuttgart
Brandschutz | Neumann Krex & Partner, Niestetal

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